ACGIH

American Conference of Government Industrial Hygienists (ACGIH) – Aktivitäten in Bezug auf Metallbearbeitungsflüssigkeiten

Thema:  Am 2. März 2006 veröffentlichte ACGIH® einen Entwurf für eine TLV-Empfehlung für „Bei der Metallverarbeitung verwendete Mineralöle“ (Exposition an Arbeitsplatz mit Mineralölaerosolen in Metallverarbeitungsverfahren, bei denen Zusatzstoffe und Metall oder mikrobielle Verschmutzungen vorhanden sind.”)   Für Metallverarbeitungssituationen schlägt der TLV-Entwurf® eine Reduktion von 5 mg/m3 auf 0,2 mg/m3, gewogener Mittelwert (TWA) vor.  Für „reines“ Mineralöl bleibt der TLV® bei den aktuellen 5 mg/m3 TLV-TWA.

Die Differenzierung legt nahe, dass die angeblichen gesundheitlichen Auswirkungen von Mineralöl in der Metallverarbeitung aufgrund der Inhaltsstoffe anders sind als bei hoch raffiniertem Mineralöl – die Zusatzstoffe, mikrobielle Verschmutzungen und kleine Metallstückchen, allgemein bekannt als „Feinstoffe“ oder „Späne“, die bei der Metallverarbeitung anfallen.  

Die American Conference of Government Hygienists (ACGIH®) ist eine Organisation, die sich verpflichtet hat, industrielle Hygiene und Hygiene am Arbeitsplatz zu realisieren und ihre Mitglieder dementsprechend zu schulen. ACGIH® bestimmt maximale Arbeitsplatzkonzentrationen (TLVs®).  Allerdings sind TLVs® keine Normen. Außerdem wurden sie auf nicht-konsensbasierte Weise (geschlossener, geheimer Prozess) entwickelt.   Es handelt sich um Richtlinien, die für den Gebrauch durch industrielle Hygieniker entwickelt wurden, um Entscheidungen in Bezug auf Sicherheitslevel oder Exposition mit verschiedenen chemischen Stoffen und physikalischen Agenten zu treffen, die am Arbeitsplatz erkannt wurden. Durch die Anwendung dieser Richtlinien sind industrielle Hygieniker gewarnt, dass die TLVs® nur als einer von vielen Faktoren zur Bewertung spezieller Arbeitsplatzsituationen betrachtet werden können.

Unglücklicherweise unterstützt die in der wissenschaftlichen Analyse vom ACGIH® zitierte Literatur diesen Vorschlag nicht.  Vor allem legen die überzeugenden Beweise nahe, dass die bei Maschinisten erlebten Atemwegserkrankungen in den Studien nicht durch Mineralöl verursacht wurden, sondern durch eine Kombination anderer Ursachen, inklusive mikrobieller und mikrobiell verwester Produkte, Hautreizungen durch spezielle chemische Stoffe. Außerdem existiert kein allgemein verfügbares Testverfahren, das einem industriellen Hygieniker erlaubt, überhaupt festzustellen, ob 0.2 mg/m3 in einer Arbeitsplatzumgebung erreicht wurden.

Durch den Vorschlag, den TLV® für bei der Metallverarbeitung genutzten Mineralöle drastisch zu senken, hat ACGIH die besondere Gelegenheit übersehen, die Aufmerksamkeit der Organisation auf das zu lenken, was die gelegentlich beobachteten gesundheitlichen Auswirkungen tatsächlich verursachen könnte – und zwar die mikrobielle Verschmutzung.

Im Rahmen des Hazard Communication (HazCom) Standards übernimmt OSHA automatisch jedes Jahr die letzte Version der ACGIH-TLV®-Liste und verlangt, dass Hersteller (Quaker und sämtliche Wettbewerber) die neusten TLV-Grenzwerte auf jedem Sicherheitsdatenblatt (SDS) angeben, welches sie zur Verwendung am Arbeitsplatz generieren.