REACH

Registrierung, Evaluierung und Zulassung von Chemikalien

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Quaker Chemical
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REACH (Verordnung (EG) Nr.1907/2006) ist die neue Gesetzgebung der EU zur Handhabung von Chemikalien. Sie ist am 1. Juni 2007 in Kraft getreten und gilt unmittelbar in allen EU-Mitgliedstaaten.

 

Die Chemikalienpolitik innerhalb der Europäischen Union

In der Europäischen (EU) ist die Chemikalienherstellung die drittgrößte Industriebranche, mit 31.000 Unternehmen und 1,9 Millionen Mitarbeitern.1 Chemikalien spielen innerhalb der EU-Wirtschaft eine wichtige Rolle.

Die Anwendung dieser Substanzen kann Risiken mit sich bringen. Gemeldete Vorfälle von Allergien, einige Krebsarten und Fortpflanzungsstörungen nehmen in Europa zu und Chemikalien kommen als mögliche Ursache in Betracht. Darüber hinaus haben Studien gezeigt, dass manche Tiere (Frösche, Vögel, Fische) unfruchtbar werden und Geschlechtsänderungen vorkommen, was mit bestimmten Chemikalien, die sich auf die Hormone auswirken, in Verbindung gebracht wird.2

1981 waren mehr als 100.000 Chemikalien auf dem EU-Markt – von denen 30.000 regelmäßig produziert werden – und wir wissen nicht besonders viel über sie. (Bis Mai 2015 wurden bei ECHA (European Chemical Agency) in Helsinki ca. 8.400 einzigartige Substanzen registriert.)

Zur Reduzierung von Risiken und zur Verbesserung der Transparenz hat die Europäische Kommission eine Verordnung erlassen: REACH. Ziel ist es, den Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt zu verbessern und zugleich die Wettbewerbsfähigkeit durch Innovationen zu erhöhen und hohe Sicherheitsstandards zu gewährleisten.

 

Anforderungen

REACH fordert von Unternehmen, Verantwortung für die von ihnen in der EU produzierten bzw. importierten oder gelieferten Chemikalien zu übernehmen. Während ein Großteil der Verantwortung beim ursprünglichen EU-Hersteller der Chemikalie oder beim EU-ansässigen Unternehmen, das sie in die EU importiert, liegt, haben alle Organisationen, die Chemikalien zu neuen Produkten vermischen und Anwender dieser Produkte ebenfalls Verpflichtungen im Rahmen von REACH. Sie müssen Informationen in Bezug auf Eigenschaften, Verwendung und sicher Handhabung vorlegen. Dadurch wird Kooperation und Datenaustausch zwischen Unternehmen gefördert, was der Branche zugutekommt. Kommunikation zwischen Lieferanten und Benutzern der Chemikalien – die Lieferkette – ist ein wesentlicher Bestandteil der REACH-Verordnung.

 

Vorregistrierung – Die erste REACH-Phase

Alle Substanzen, die derzeit innerhalb der EU verwendet werden, müssen von jedem Hersteller und Importeur vor dem 1. Dezember 2008 vorregistriert worden sein. OHNE VORREGISTRIERUNG darf nicht hergestellt, importiert oder in die EU geliefert werden. Allerdings ist es möglich, Substanzen, die hergestellt und importiert wurden, später zu registrieren, aber nur wenn es sich um kleine Mengen (< 100 t/Jahr) handelt.

 

Registrierungen – Die zweite REACH-Phase

Alle in der EU hergestellten oder importierten Substanzen, die eine Tonne/Jahr/Hersteller oder Importeur übersteigen, müssen registriert werden. Dies umfasst die Einreichung eines Datendossiers an die ECHA in Helsinki. Dieses Dossier muss Daten zu den Gefahreneigenschaften der Substanz, seine Anwendung und in den meisten Fällen eine Risikobeurteilung (Chemikalischer Sicherheitsbericht) enthalten, die alle verschiedenen Anwendungsarten abdeckt. Die aktuellen Dossierdaten und der Abgabetermin ist von den Gefahren der Substanz abhängig und von der Menge, die vom Unternehmen hergestellt oder importiert wird.

Die Stoffe der ersten Phase, die registriert werden müssen, sind jene, die nach EU-Recht in Kategorie 1 und 2 der karzinogenen, mutagenen und reproduktionstoxischen Stoffe fallen (CMR); diejenigen, die als R50/53 klassifiziert werden (sehr giftig für Wasserorganismen, kann längerfristig schädliche Wirkungen auf Gewässer ausüben) und mit > 100 Tonnen/Jahr hergestellt oder importiert werden; und Stoffe, die mit > 1000 Tonnen/Jahr und pro Hersteller hergestellt oder importiert werden. Diese Stoffe mussten bis zum1. Dezember 2010 registriert werden.

Die Stoffe der zweiten Phase, die registriert werden müssen, sind diejenigen, die mit > 100 Tonnen/Jahr – < 1000 Tonnen/Jahr pro Hersteller hergestellt oder importiert werden. Diese Stoffe werden bis zum 1. Juni 2013 registriert.

Die Stoffe der dritten und letzten Phase, die registriert werden müssen, sind diejenigen, die mit > 1 Tonne/Jahr – < 100 Tonnen/Jahr pro Hersteller hergestellt oder importiert werden. Diese Stoffe mussten bis zum 1. Juni 2018 registriert werden.

Quaker hat bereits 2010 und 2013 erfolgreich Dossiers bei ECHA eingereicht und wird in den kommenden Jahren weitere Dossiers einreichen.

 

Evaluierung – Die dritte REACH-Phase

Es gibt zwei Evaluierungsphasen:

  • Dossier-Evaluierung – Das eingereichte Dossier wird auf Vollständigkeit geprüft und es wird entschieden, ob weitere Informationen erforderlich sind, um die Risikobeurteilung zu vervollständigen.
  • Stoff-Evaluierung – Die gefährlichen Eigenschaften eines Stoffs und die Anwendungsweise werden von kompetenten Autoritäten innerhalb der EU-Mitgliedstaaten detailliert geprüft. Wenn es keine Bedenken gibt, wird die weitere Anwendung des Stoffs genehmigt. Wenn es Bedenken gibt, können entweder zusätzliche Information angefordert oder Kontrollen in Bezug auf die Anwendung des Stoffs vorgeschlagen werden. Die Stoffe werden für diese Evaluierung auf Basis ihres Risikolevels für Mensch und Umwelt priorisiert. Derzeit erwartet Quaker die (Dossier- und Stoff-) Evaluierung von ECHA. Quaker hat auf Anfrage von ECHA einige Dossiers neu eingereicht und in einem anderen Fall ist Quaker hinsichtlich der Stoffkennung mit ECHA im Gespräch.

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Genehmigung und Auflagen

Dies gilt für die meisten Gefahrenstoffe, wie Kategorie-1- und 2-CMR-Stoffe, die als PBT oder vPvB und endokrine Disruptoren identifiziert werden. Diese Stoffe (von denen ECHA eine Liste erstellt hat und die als besonders besorgniserregende Stoffe gekennzeichnet wurden) werden nur genehmigt, wenn von der Europäischen Kommission eine spezielle Zulassung gewährt wurde. Eine solche Zulassung ist befristet auf Fall-zu-Fall-Basis.

Wenn sich die Anwendung eines Stoffs als nicht akzeptabel für die menschliche Gesundheit oder die Umwelt herausstellt, können Auflagen oder sogar Anwendungsverbote eingeführt werden – REACH-Auflagen ersetzen die letzten Auflagen der bestehenden Richtlinie 76/769/EEC (Beschränkungen des Inverkehrbringens und der Verwendung) und ihre Anlagen, ab dem 1. Juni 2009. Alle bestehenden Auflagen wurden in die REACH integriert.

 

Folgen

Hersteller von Rohstoffen sind für die Registrierung verantwortlich, daher liegt Quakers Hauptaufgabe darin, mit den Lieferanten die betreffenden Materialien zu koordinieren. Wir investieren wichtige Ressourcen, um unsere Rohstoffe und unser Produktsortiment zu konformieren. Quaker kann die Anzahl der Lieferanten erhöhen oder sicherere Alternativen finden. Wenn bestimmte Stoffe ausgeschlossen werden, müssen wir Produkte neu zusammenstellen.

Auch wenn es derzeit noch eine EU-Verordnung ist, sind andere Länder wie Südkorea und Türkei dabei, REACH-ähnliche Richtlinien zu erstellen. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann andere Länder folgen werden und sich dieser Wandel weltweit vollzieht. Bereits jetzt beeinflusst REACH Quaker außerhalb Europas. Epmar, AC Products, Summit Lubricants und G.W. Smith and Sons, Inc., unsere Tochtergesellschaften außerhalb Europas, exportieren Produkte nach Europa und müssen daher die Anforderungen der REACH erfüllen.

Uns ist bekannt, dass EU-REACH die Branchenpreise in einem gewissen Maß beeinflusst hat und beeinflussen wird und wir gehen davon aus, dass die erwarteten Lieferantenpreise auch die Preise von Quaker beeinflussen. Allerdings werden die vollen Auswirkungen erst nach der Implementierung der Verordnung (2018) sichtbar sein.

 

REACH

  Fakt 1:  Wir brauchen Chemikalien und eine starke Industrie
  Fakt 2:  Chemikalien können Risiken bewirken, aber die diesbezüglichen Informationen sind unzureichend
  Fakt 3:  Die REACH-Verordnung liefert ein zunehmendes Maß an Schutz für Mensch und Umwelt

 

 

Umweltschutzdatenblatt

Abkürzungen
ECHA: Europäische Chemikalienagentur
REACH: Registrierung, Evaluierung und Zulassung von Chemikalien
CMR: Karzinogene, Mutagene und fortpflanzunsgefährdende Stoffe
PBT: Persistente, bioakkumulierbare und toxische Stoffe
vPvB: sehr persistente und sehr bioakkumulierbare Stoffe
SVHC: Besonders besorgniserregender Stoff

1  „Fakten und Zahlen – Die europäische Chemieindustrie in weltweiter Perspektive” Januar 2005, European Chemical Industry Council (Europäischer Dachverband der Chemieindustrie) (www.cefic.org/factsandfigures/).

2, 3 „Umweltschutzdatenblatt: REACH,” 2006, Europäische Kommission.

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